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Auf Mulis Rücken durch den Jura

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Die ideale Kombination: Wandern und Schlafen auf dem Bauernhof

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Bei den Schweizer Pferden

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Ferien zwischen Stall und Freizeitparadies

 

Im Chalet uf der Eu der Familie Schuwey in Jaun (FR) verbringt man Ferien ganz nah an der Landwirtschaft. Aber nicht nur der Stall, auch Wanderwege und Skipisten liegen direkt vor der Haustür.

Man will sich im Kreis drehen. Immer wieder will man es sehen, das Panorama der Freiburger Voralpen rund ums Bed&Breakfast der Familie Schuwey in Jaun. Auf der einen Seite erheben sich majestätisch die Gastlosen. Darunter erstrecken sich grüne Wiesen. Hinter dem Haus rauscht der Jaunbach. Sein Geräusch vermischt sich mit dem Meckern der Zicklein und ihrem Glockengeläut. Ausgelassen hüpfen die jungen Tiere vor ihrem Stall übereinander, schlagen immer wieder die Köpfe zusammen. Plötzlich hört man Kinder lachen. Zögerlich nähern sich die Jungen und Mädchen. Dann gehen sie immer beherzter auf die Ziegen zu. Sie streicheln sie sorgsam, solange sie stillhalten. Die Kühe schauen derweil aus dem Freilaufstall und muhen.

Diese Atmosphäre ist ein Erlebnis für Feriengäste. Das haben sich auch Charlotte und Martin Schuwey gedacht. Im Erdgeschoss ihres Bauernhauses haben sie deshalb vor sechs Jahren ein Bed&Breakfast eingerichtet. «Ich mag den Kontakt zu Leuten, mir gefällt es, Gastgeberin zu sein», sagt Charlotte Schuwey. In der Bewirtung von Gästen fand sie eine neue Aufgabe. Ihr Mann Martin und sie haben den Milchwirtschaftsbetrieb vor fünf Jahren ihrem Sohn Christian übergeben. «Mein Mann hilft noch immer auf dem Betrieb. Wir werden aber jetzt weniger gebraucht. Da ist es schön, etwas Eigenes zu haben, das uns erfüllt.»

IDEALER STANDORT

Der Standort für ihr Bed&Breakfast ist ideal. Unweit des Dorfkerns von Jaun liegt es in den Wandergebieten rund um die Gastlosen und den Schwarzsee. Im Winter läuft gegenüber dem Haus ein Ski- und dahinter ein Sessellift. Die Gäste können direkt von der Piste zurück in die Ferienwohnung fahren.

Schuweys heissen vor allem Leute aus der Schweiz willkommen, manchmal kommen auch Deutsche oder Franzosen. Selten Besucher von weiter her. Gerade Familien nutzen die Ferienwohnung im Winter wochenweise. Im Sommer vermieten Schuweys die drei Zimmer einzeln. Jeden Morgen stellt Charlotte ein Frühstück auf: selbst gemachte Konfitüre, Brot vom nahegelegenen Bäcker, Milch direkt aus dem Stall, Käse und Butter aus der Dorfkäserei.

In diese Käserei liefert Sohn Christian die Milch seiner Red-Holstein- und Holstein-Kühe. Sie wird unter anderem zu Gruyère und Vacherin-Käse verarbeitet. Der junge Bauer, der mit seiner Freundin Piera, einer Tierärztin, gegenüber vom Hof wohnt, ist leidenschaftlicher Milchbauer. Im Sommer geht er mit seinen und den Tieren anderer auf die Alp Pilarda. Im Winter zieht es ihn mit den schönsten Kühen an Viehschauen.

Eine Familiengeschichte

 

Nachdem Charlotte und Martin Schuwey den Milchwirtschaftsbetrieb während Jahrzehnten geführt haben, übergaben sie den Hof vor fünf Jahren ihrem Sohn Christian. Dafür starteten sie das Projekt Agrotourismus. Pro Jahr beherbergen sie nun in ihren drei Zimmern rund hundert Gäste. Und mit der Familiengeschichte geht es weiter. Charlotte und Martin haben von ihren fünf Kindern bereits 13 Enkelkinder, die sehr gern auf dem grosselterlichen Bauernhof rumtollen und später bestimmt auch fleissig mithelfen werden.

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VORURTEILE ABBAUEN

Auch Christian unterstützt den Betriebszweig seiner Eltern. «Die Gäste dürfen jederzeit vorbeischauen, wenn ich im Stall arbeite», sagt er. «Es ist schön, den Kindern zu zeigen, woher die Milch kommt.» Manche Familien kommen im Winter jeden Morgen und Abend ihre Milch holen. Und im Sommer wundern sich einige, warum die Kühe nicht im Stall stehen. «Dann nehmen wir sie mit auf die Alp», sagt der Bauer. «Die Leute sollen sehen, wie wir unsere Tiere halten.» So helfe er, Vorurteile gegenüber Landwirten abzubauen, und in Gesprächen könne er Missverständnisse rund um Antibiotika und Pflanzenschutzmittel aus dem Weg räumen.

Während Christian erzählt, haben Vater Martin und Freundin Piera ein Pferd und ein Pony auf die Weide geholt. Die Kinder dürfen sie striegeln und sich kurz draufsetzen. Reittouren bieten Schuweys keine an. Die Gäste schätzen es aber schon, die Tiere zu sehen, zu striegeln und zu streicheln.

Charlotte Schuwey schaut von Weitem dem Treiben der Kinder zu. Natürlich sei die Arbeit mit Feriengästen anstrengend. Sie müsse fast immer anwesend und bereit sein, Auskunft zu geben. «Man muss es gern machen und den Kontakt zu den Leuten schätzen. Dann ist es keine Belastung», sagt sie. Oft komme es auch zu bereichernden Begegnungen. «Die Leute erfahren nicht nur viel über uns, sie erzählen auch aus ihrem Leben. Einige Familien seien zu Stammkunden oder sogar Freunden geworden.

Der Betrieb in Zahlen

 

50 Kühe und Kälber

 

100’000 bis 120’000 Liter Milch werden pro Jahr gemolken.

 

31 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche in Jaun und wenn man die Alp mitzählt, haben sie etwas über 100 Hektaren

 

1400 Meter über Meer liegt die Alp Pilarda, auf der die Kühe der Familie Schuwey den Sommer verbringen.

ROMANTISCHE NÄCHTE ZU ZWEIT

Familie Schuwey hat aber nicht nur ein Angebot für Familien. Sie haben auch ein romantisches Heubett für zwei: Charlotte kam eines Tages auf die Idee, das alte Bienenhaus umzubauen. Martin, der mit der Imkerei aufgehört hatte, machte aus den Fluglöcher der Bienen Fenster. Wo früher die Waben waren, stellte er eine Bettstatt auf. Anfang Saison füllen sie es mit Alpheu. Tatsächlich durftet es im kleinen Häuschen nach Alpsommer. Die Gäste können hier eine ruhige, romantische Nacht zu zweit verbringen. Am Morgen serviert ihnen Charlotte ein Frühstück, das sie im Freien geniessen können. Mit Blick auf die Gastlosen, während der Jaunbach friedlich rauscht.

 

Text: julia Spahr
Fotos: Clément Grandjean

 

+ INFORMATIONEN

www.schuweysbnb.ch

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