EINHEIMISCH GENIESSEN 2020

IN KÜRZE

Die neusten Regionalprodukte

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FOKUS

IIn der Schweiz ist der Biolandbau auf dem Vormarsch

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REPORTAGE

Im Herzen der Salinen von Bex

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DOSSIER

Die Spezialitäten der Produzenten des Verbandes Pays romand - Pays gourmand

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DOSSIER

Paradies der Feinschmecker-Cowboys

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DOSSIER

Auf den Höhen über dem Neuenburgersee ist das Lamm König

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DOSSIER

Das unwiderstehliche Aroma des Chämischinkens

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DOSSIER

Die Treberwurst: Wenn Feinkost auf Wein trifft

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DOSSIER

Die Chabiswurst ist der Star der Region Waadt

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DOSSIER

Die überraschende Delikatesse der Eringer Rasse

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REPORTAGE

Von der Weide auf dem Teller – zu Besuch bei Ueli-Hof

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AUSFLUGSZIELE

Vier Gourmet-Regionen von Freiburg bis Appenzell

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AUSBLICK

Slow-Food im Val de Bagnes

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AUSBLICK

Burgunderblut und Nidlechueche

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AUSBLICK

Klein, fein und familienfreundlich

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AUSBLICK

Ein Ort zum Wandern, Verweilen und Geniessen

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GENUSS

Schweizer Pärke und ihre Produkte

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ADRESSEN

Gourmande Auswahl von Anbietern von Agrartourismusprodukten

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ADRESSEN

Gourmande Auswahl von Anbietern von Unverpackt-Läden/Läden mit Regionalprodukten

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ADRESSEN

Gourmande Auswahl von Anbietern von Vente à la ferme

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ADRESSEN

Gourmande Auswahl von Anbietern von Winzer

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ADRESSEN

Gourmande Auswahl von Anbietern von Brauerei

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REPORTAGE

Biopioniere im Einsatz für einen achtsameren Fleischkonsum

 

Auf dem Bauernhof der Familie Unternährer in St. Niklausen LU wurde vor vielen Jahren der Grundstein zur Ueli-Hof AG gelegt. Daraus wurde eine Erzeugergemeinschaft für Biofleisch mit eigenem Schlachthaus.

Artgerechte Tierhaltung ist in mir genetisch angelegt», stellt Ueli Unternährer fest. Er steht auf dem Kiesplatz vor seinem Freilaufstall auf seinem Hof in St. Niklausen LU. «Meine Eltern waren Pioniere der artgerechten Tierhaltung, und mein Vater Walter war ein Mitbegründer von Mutterkuh Schweiz.» Seine Eltern waren es auch, die das Natura-Beef in den Grossverteiler brachten und so für eine breitere Kundschaft zugänglich machten. «Man macht ja aber immer mal wieder auch Standortbestimmungen. So haben wir uns vor einigen Jahren entschieden, die Verwaltung und den Prozess von der Aufzucht über die Fleischverarbeitung und den Verkauf bis zum Teller der Konsumenten selber zu kontrollieren.»

Dieser Schritt führte 2002 zur Gründung der Ueli-Hof AG. Dabei handelt es sich um eine Erzeugergemeinschaft von mehreren Biobauernhöfen aus der Zentralschweiz und angrenzenden Kantonen. Aufgrund der Vorschriften über den kurzen Transportweg ins Schlachthaus beschränkt sich die Mitgliedschaft in der EG Ueli-Hof auf Betriebe in der Region Zentralschweiz und den angrenzenden Kantonen. Dies bedeutet, dass die Gesamttransportzeit vom Betrieb bis zur Schlachtung nicht mehr als zwei Stunden betragen darf.

 

KONSEQUENT FÜRS TIERWOHL

Alle Beteiligten teilen die Vision, für einen Fleischkonsum zu sorgen, der im Einklang mit Mensch, Tier und Umwelt steht. Erzeugt wird nach Standards des Knospe-Labels von Bio Suisse. «Dazu kommen die Richtlinien von Ueli-Hof, die wir selber aufgestellt haben und die ebenfalls alle einhalten», betont Ueli Unternährer. Das Leitbild der Ueli-Hof AG sei konsequent auf das Tierwohl und die artgerechte Haltung von der Geburt bis zur Schlachtung ausgerichtet.

Was als eine Vision auf dem malerischen Betrieb in St. Niklausen begann, wurde zu einer modernen Biometzgerei mit eigenem Schlachthaus im Gewerbegebiet von Ebikon und einer regionalen Erzeugergemeinschaft. Einmal pro Woche wird dort geschlachtet. Wenn man Ueli Unternährer zuhört, wie er von diesen Tagen berichtet, merkt man, dass dieser Tag nicht sein liebster ist. «Ich lebe mit meinen Tieren zusammen, und wenn ich sie dann zum Schlachten bringen muss, ist das ein Abschied und somit auch eine Herausforderung für mich. Darum ist es mir wichtig, dass ich mir genügend Zeit dafür nehme und wirklich bei der Sache bin.» Und obwohl die Nachfrage nach dem Fleisch von Ueli-Hof sehr gross ist, wird bisher darauf verzichtet, auch noch an einem weiteren Tag zu schlachten. «Nachhaltigkeit ist für uns ein wichtiges Thema. Wenn bei uns ein Tier stirbt, soll möglichst alles verarbeitet werden.» So müssen sich auch die Kunden von Ueli-Hof darauf einstellen, dass nicht immer jedes Stück Fleisch verfügbar ist. Der Nachfrage tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil. Gerade während der schwierigen Zeit rund um Corona im Frühling stieg die Nachfrage nach Fleisch von Ueli-Hof sprunghaft an und ist hoch geblieben.

Dank dem Webshop und dem ausgeklügelten Versandsystem können Konsumenten aus der ganzen Schweiz Biofleisch von Ueli-Hof bestellen. Sowieso ist der Auftritt von Ueli-Hof in Internet und den sozialen Medien professionell und ansprechend. Auch dort setzt Ueli Unternährer auf Regionalität. «Was das Webdesign und das Programmieren anbelangt, arbeiten wir nur mit Schweizer Firmen zusammen. So ist die Kommunikation einfach, und die Qualität stimmt.» Zusätzlich stellte Ueli Unternährer eine Kommunikationsfachfrau ein, um die Vision von Ueli-Hof nach aussen zu tragen. Diese war beim Vorstellungsgespräch hochschwanger. Den Job bekam sie trotzdem. «Um unsere Erzeugnisse zu verkaufen, brauchen wir gute Mitarbeitende, die den Kunden unsere Philosophie vermitteln können. Das verlangt aber auch, dass wir sie mit Respekt behandelt und ihr Können wertgeschätzt wird.» So sei der Kunde dann auch eher bereit, den höheren Preis zu bezahlen, weil er nachvollziehen könne, warum dieser gerechtfertigt sei. «Vermutlich essen unsere Kunden auch etwas weniger Fleisch», stellt Ueli Unternährer fest. Das sei aber ganz in seinem Sinne. «In meiner Familie wird auch nicht jeden Tag Fleisch gegessen. Aber das war früher auch so. Ich sage immer, dass wir das Rad nicht neu erfunden haben. Wir machen eigentlich das, was früher immer schon gemacht wurde und funktionierte. Wir setzen auf alte, einheimische Rassen, die nicht überzüchtet sind, und einen bewussten Konsum nach Bedarf.» Und so sei es schön, Bauer zu sein. «Ich mache das nicht wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung und Leidenschaft.»

 

INFOS www.uelihof.ch

THERESE KRÄHENBÜHL-MÜLLER

DIE UELI-HOF AG

Die Ueli-Hof Biometzgerei stellt Fleischerzeugnisse nach den strengen Biorichtlinien von Bio Suisse her. Sie wurde 2002 gegründet. Seit 2014 werden die Tiere im eigenen Schlachthaus in Ebikon LU geschlachtet. Ueli-Hof betreibt eigene Läden in Ebikon, Luzern und St. Niklausen und beliefert zahlreiche Gastronomiebetriebe, Spitäler, Kantinen und Detailhändler. Zudem werden die Fleischspezialitäten über den Webshop in der ganzen Schweiz vertrieben.