de In den Tiefen des Risoud-Walds

FREIZEIT UND AGROTOURISMUS - 2021

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DOSSIER

In den Tiefen des Risoud-Walds

 

Jahrhundertealte Fichten, Kalksteinblöcke und undurchdringliches Dickicht – der grösste Wald Europas ist ein Muss für alle, die das Geheimnisvolle lieben. Zumal dieser Wald, der das Vallée de Joux (VD) säumt, unzählige Geschichten und Legenden hervorgebracht hat.

Ein Rascheln im Laub, gefolgt von einem orangebraunen Blitz erregt unsere Aufmerksamkeit. Wir haben ein Eichhörnchen aufgeschreckt. Es springt an einen Baumstamm und klettert in Windeseile empor. Reglos schauen wir zu, wie es zwischen den Zweigen verschwindet, und verharren einen kurzen Augenblick, bevor wir unseren Weg durch den Wald fortsetzen.

Je tiefer wir in den Wald vordringen, desto seltener stossen wir auf Laubbäume. Sie überlassen allmählich den Nadelbäumen das Feld. Sie sind hier die Stars. Diese Fichten, deren Wipfel dort oben, an der Spitze schier endlos langgliedriger Stämme mit dem Himmel verschmelzen, sind weltweit für ihre Holzqualität berühmt. Die aussergewöhnlichsten Bäume – wir sprechen hier von einem Baum auf 10’000 –, die in einem Alter von bis zu 250 Jahren gefällt werden, dienen zur Herstellung von Resonanzkörpern für Geigen oder Gitarren.

Klicken Sie auf das Bild oben, um es zu vergrößern.

Unsere Tagestour verläuft in einem weiten Bogen, damit wir einen Überblick über die aussergewöhnliche Vielfalt und Grösse dieses Waldes bekommen. Mit 2200 Hektar ist der dreissig Kilometer lange und acht Kilometer breite Risoud-Wald der grösste zusammenhängende Wald Europas. In diesem von unzähligen Waldwegen, Pfaden und Mountainbike-Pisten durchzogenen grünen Meer kann man sich also leicht verlaufen.

 

VERSTECKTE GRENZE

Nach rechts? Nein, nach links. Wir falten unsere Karte zusammen und biegen an der Hangflanke ab, um den Wald von Ost nach West zu durchqueren. Halb unter einer dicken, intensiv grünen Moosschicht verborgen markiert hier eine Trockensteinmauer die Grenze zum nahen Frankreich. Ein stummer Hinweis auf die bewegte Geschichte der Gegend während des Zweiten Weltkriegs. Eine Gruppe Franzosen und Schweizer transportierte damals Schmuggelware, Flüchtlinge und Geheimdokumente durch diesen als undurchdringlich geltenden und praktisch unmöglich zu überwachenden Hochwald.

Seither ist viel Zeit vergangen. Das Chalet Capt, die einstige Zollstation, wird inzwischen von Spaziergängern als Picknickplatz genutzt. Die Pause ist kurz, denn wir haben noch einen weiten Weg vor uns, wenn wir vor Einbruch der Dunkelheit wieder in Le Brassus sein wollen. Trotzdem nehmen wir den Umweg über den Roche Champion, von wo aus wir kilometerweit über die hügeligen Wälder der Départements Doubs und Jura blicken können. Noch eine Abzweigung und unsere Füsse tragen uns zur Asphaltstrasse zurück, während sich die Bäume lichten und etwas mehr Sonne hindurchlassen. Jetzt heisst es Abschied nehmen vom Risoud-Wald und seinen Geheimnissen.

 

TEXT UND FOTO: CLÉMENT GRANDJEAN

 

MEHR INFOS: www.myvalleedejoux.ch