de Hof Gehren: Dolce Vita nach Schwyzer Art

AGROTOURISMUS - 2020

IN KÜRZE

Ein Blick auf die Neuheiten aus dem Agrotourismus

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NACHGEFRAGT

Der Weintourismus begeistert die Schweiz

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BEGEGNUNG

Hof Gehren: Dolce Vita nach Schwyzer Art

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Dossier

Die Schweizer Pärke: Perlen zum Entdecken

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Dossier

Die Pärke im Überblick

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Schlafen wie die Pfahlbauer

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Unsere Auswahl von Weindestinationen

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Spaziergang zwischen Reben

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Auf den Weinrouten hoch über Sion

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Wo der Blauburgunder zuhause ist

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Wo Rousseau glücklich war

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GENUSS

Die besten Produkte aus dem Bündnerland

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Region Genf, Genferseegebiet und Jura-Drei-Seen-Land)

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ADRESSEN

250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Region Freiburg und Region Bern

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ADRESSEN

250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Berner Oberland, Region Basel und Region Aargau)

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Luzern ­und Vierwaldstättersee)

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Region Zürich und Ostschweiz)

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ADRESSEN

250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Wallis, Graubünden und Tessin)

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BEGEGNUNG

Silvia und Christian Bähler-Eggenschwiler können auf die Hilfe ihrer Kinder zählen, die gerne bei der Gästebewirtung mithelfen.

Schlafen, wo einst Bienen summten und feiern, wo einst Rinder standen

 

Schlafen im alten Bienenhaus, Partys feiern im umgebauten Rinderstall. Bei Silvia Bähler in Merlischachen SZ erlebt man Landwirtschaft hautnah. Kühe bekommt man auch zu sehen. Dank einer innovativen Zusammenarbeit.

«Es lächelt der See, er ladet zum Bade.» Dieses Zitat aus «Wilhelm Tell» könnte Friedrich Schiller gut und gern in Merlischachen auf dem Betrieb von Silvia Bähler eingefallen sein. Wer ihren Bauernhof Gehren und die Gartenbeiz betritt, lässt seinen Blick über die sattgrünen Wiesen, die üppigen Kirschbäume, hoch zum wolkenlosen Himmel und hinunter – eben zum Vierwaldstättersee schweifen.

Spaziergängerinnen, Velofahrer, junge Familien und ältere Menschen treffen sich auf ihren Touren unter den grünen Sonnenschirmen zu einem Stück selbstgemachten Kuchen, einem Wurst-Käse-Salat, einer Bauernhofglace, einem Sirup oder einem Kaffee-Schnaps. Während die Kinder auf der Rutschbahn und im Sandkasten spielen, geniessen Eltern und Grosseltern die Aussicht und Abgeschiedenheit.

Silvia Bählers Mutter hat die Beiz vor über 20 Jahren eröffnet. Damals war sie Teil des Bauernhofs, auf dem Bählers Vater, ein erfolgreicher Viehzüchter, Kühe der Rasse Original Braunvieh molk und an Schauen zeigte. Die Kühe waren so schön, dass sie Preise gewannen. Und die Muneli dienten an Schwingfesten manchmal selbst als Preise.

Feine Holzstangen, meterweise Stoff und ein Fenster gegen den Himmel: In der Jurte verbringt man besondere Nächte. 

«Es lächelt der See, er ladet zum Bade.» Dieses Zitat aus «Wilhelm Tell» könnte Friedrich Schiller gut und gern in Merlischachen auf dem Betrieb von Silvia Bähler eingefallen sein. Wer ihren Bauernhof Gehren und die Gartenbeiz betritt, lässt seinen Blick über die sattgrünen Wiesen, die üppigen Kirschbäume, hoch zum wolkenlosen Himmel und hinunter – eben zum Vierwaldstättersee schweifen.

Spaziergängerinnen, Velofahrer, junge Familien und ältere Menschen treffen sich auf ihren Touren unter den grünen Sonnenschirmen zu einem Stück selbstgemachten Kuchen, einem Wurst-Käse-Salat, einer Bauernhofglace, einem Sirup oder einem Kaffee-Schnaps. Während die Kinder auf der Rutschbahn und im Sandkasten spielen, geniessen Eltern und Grosseltern die Aussicht und Abgeschiedenheit.

Silvia Bählers Mutter hat die Beiz vor über 20 Jahren eröffnet. Damals war sie Teil des Bauernhofs, auf dem Bählers Vater, ein erfolgreicher Viehzüchter, Kühe der Rasse Original Braunvieh molk und an Schauen zeigte. Die Kühe waren so schön, dass sie Preise gewannen. Und die Muneli dienten an Schwingfesten manchmal selbst als Preise.

HOLSTEIN STATT ORIGINAL BRAUNVIEH

«Als meine Eltern pensioniert wurden, entschied ich, den Betrieb zu übernehmen», erzählt Bähler, die die Bäuerinnenschule im Kloster Fahr und eine kaufmännische Ausbildung gemacht hat. Nach der Übernahme investierte sie in die Beiz. «Als erstes gab es eine gute Kaffeemaschine», sagt sie, lacht und fragt, ob jemand noch ein Getränk oder eine Glace wolle. Nachdem sie das cremige Eis und ein grosses Glas Kräuter-Sirup serviert hat, erzählt sie weiter. Davon, wie sie sich später mit dem Nachbarn zu einer Betriebsgemeinschaft zusammengeschlossen hat. Er kümmerte sich fortan um den landwirtschaftlichen Teil des Unternehmens. Das führte dazu, dass Bählers ihre Kühe verkaufen mussten. Der Nachbar brachte seine eigenen - der Rasse Hohlstein. «Das war nicht ganz einfach für meinen Vater, den Original-Braunvieh-Züchter. Kuhrassen sind ein emotionales Thema», sagt Bähler und lächelt. Wichtig war aber, dass im Stall weiterhin Kühe muhten. Und dass die Gäste ihres Agrotourismus-Angebots auch mal einen Blick zu ihnen werfen können.

BRENNEREI UND WEITERE PROJEKTE

Zum Agrotourismus-Angebot von Silvia Bähler gehört auch ein Selbstbedienungscafé. Bei schlechtem Wetter ist die Gartenbeiz geschlossen. Gäste können sich aber im unteren Stock des Wohnhauses das ganze Jahr über mit Kaffee und Getränken eindecken. Zudem befindet sich im ehemaligen Rinderstall eine Brennerei, wo Bählers ihr eigenes Obst verwerten. Die Brände serviert sie ihren Gästen in der Beiz. Zum Beispiel in Form eines Kaffee-Schnaps. Neben der Brennerei soll im ehemaligen Rinderstall bald auch ein Hofladen entstehen. 

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Denn Gäste sollten immer mehr kommen, der Agrotourismus weiterwachsen. Seit nunmehr 20 Jahren steckt Bähler ihre ganze Energie in diesen Betriebszweig. Ihre drei Kinder zwischen 11 und 19 Jahren helfen neben Schule und Ausbildungen zum Teil mit. Ihr Mann führt in Küssnacht am Rigi ein eigenes Geschäft für Elektroplanung.

Sie selbst ist ausgelastet mit ihren Aufgaben rund um die Gästebewirtung. Vor rund 15 Jahren baute sie den Dachstock des ehemaligen Rinderstalls zu einem Partyraum aus. Bis zu 50 Gäste können dort ihre Feste feiern. Besonders stolz ist Bähler aber auf ihr Bienenhaus. Da entsteht schon lange kein Honig mehr und so entschied sie, es zu einem Gästehaus umzubauen. Tatsächlich hört man in dem Holzhäuschen heute kein Summen mehr. Man betritt dagegen ein ziemlich geräumiges Zimmer, eine Glastür führt auf eine kleine Terrasse. Dort steht ein Tisch, er ist mit weissen Servietten fürs Abendessen gedeckt, das Bähler ihren Gästen, die gegen Abend eintreffen, servieren wird. Entweder gibt es etwas vom Grill oder Fondue Chinoise. Drinnen geht eine Leiter hoch in den oberen Stock, wo bis zu drei Personen schlafen können.

ZUM BETRIEB

Früher bewirtschafteten Bählers 13 Hektaren Land und ihr Nachbar 11. Nach dem Zusammenschluss zur Betriebsgemeinschaft (BG) bewirtschaftet der Nachbar nun die 24 Hektaren. Zur BG gehören Milchkühe und Jungvieh der Rasse Holstein sowie Obstbäume. Die Schweinezucht, die Bählers Eltern hatten, gaben sie später auf.

www.gehren.ch

Zum Frühstück kann man sich mit regionalen Spezialitäten verwöhnen lassen.

Sie selbst ist ausgelastet mit ihren Aufgaben rund um die Gästebewirtung. Vor rund 15 Jahren baute sie den Dachstock des ehemaligen Rinderstalls zu einem Partyraum aus. Bis zu 50 Gäste können dort ihre Feste feiern. Besonders stolz ist Bähler aber auf ihr Bienenhaus. Da entsteht schon lange kein Honig mehr und so entschied sie, es zu einem Gästehaus umzubauen. Tatsächlich hört man in dem Holzhäuschen heute kein Summen mehr. Man betritt dagegen ein ziemlich geräumiges Zimmer, eine Glastür führt auf eine kleine Terrasse. Dort steht ein Tisch, er ist mit weissen Servietten fürs Abendessen gedeckt, das Bähler ihren Gästen, die gegen Abend eintreffen, servieren wird. Entweder gibt es etwas vom Grill oder Fondue Chinoise. Drinnen geht eine Leiter hoch in den oberen Stock, wo bis zu drei Personen schlafen können.

 

SCHLAFEN WIE IN DER MONGOLEI

Das Bienenhaus bietet aber nicht die einzige Übernachtungsgelegenheit. Da es stets gut ausgelastet war, überlegte sich Bähler, wie man das Angebot erweitern könnte. Sie erinnerte sich an eine Reise durch die Mongolei, die sie nach der Ausbildung mit ihrem Mann gemacht hatte. Dort waren sie fasziniert vom Leben in den Jurten. «Schon damals habe ich gedacht», dass ich auch einmal eine solche haben möchte», sagt sie, während sie durchs Gras auf ein zeltartiges Gebilde zugeht eben die Jurte. Vor einem Jahr hat sie sich den Wunsch erfüllt. Seit da können die Gäste in einem runden Raum mit einem Fenster gegen oben vor dem Einschlafen den Sternenhimmel betrachten.

Bähler ist zufrieden mit ihrem Angebot – und mit der Auslastung. Normalerweise haben sie mehrheitlich Gäste aus dem Ausland: «Australien, Saudi-Arabien, Indien, China», zählt sie auf. Dazu kommen Europäerinnen und Europäer. Die buchten ihr Angebot besonders wegen der Nähe zu Luzern. Viele machten auch Ausflüge auf die Rigi oder gingen an den See für Wassersport wie Stand-up-Paddeling.

Dieses Jahr besuchten sie aufgrund der aktuellen Situation rund um Corona bisher aber ausschliesslich Schweizerinnen und Schweizer. Denen dürfte es hier allerdings auch gefallen haben.

 

JULIA SPAHR

FOTOGRAFIEN: CLÉMENT GRANDJEAN

+ D’INFOS: www.gehren.ch

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