de Die Schweizer Pärke: Perlen zum Entdecken

AGROTOURISMUS - 2020

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Ein Blick auf die Neuheiten aus dem Agrotourismus

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Der Weintourismus begeistert die Schweiz

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Hof Gehren: Dolce Vita nach Schwyzer Art

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Die Schweizer Pärke: Perlen zum Entdecken

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Dossier

Die Pärke im Überblick

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Schlafen wie die Pfahlbauer

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Unsere Auswahl von Weindestinationen

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Spaziergang zwischen Reben

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Auf den Weinrouten hoch über Sion

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Wo der Blauburgunder zuhause ist

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Wo Rousseau glücklich war

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Die besten Produkte aus dem Bündnerland

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Region Genf, Genferseegebiet und Jura-Drei-Seen-Land)

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Region Freiburg und Region Bern

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Berner Oberland, Region Basel und Region Aargau)

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Luzern ­und Vierwaldstättersee)

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250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Region Zürich und Ostschweiz)

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ADRESSEN

250 Adressen von Höfen und Unterkünften für die Sommer- und Herbstferien (Wallis, Graubünden und Tessin)

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NACHGEFRAGT

SCHWEIZER PÄRKE: IN EINER EINMALIGEN LANDSCHAFT NATUR- UND KULTURWUNDER ERLEBEN

 

Die eindrücklichen Landschaften und ursprünglichen Lebensweisen laden zum Entdecken und Verweilen ein. Grundgedanke der Pärke ist aber der Schutz von Natur- und Kulturlandschaft ebenso wie die Wertschöpfungssteigerung einer Region. Mittlerweile gibt es bereits 19 Schweizer Pärke.

Die Schweizer Pärke zeichnen sich durch eine Fülle von verschiedenen Landschaften und eine Vielfalt an Lebensräumen mit einer reichen Flora und Fauna aus. In diesen Gegenden leben drei Prozent der Schweizer Bevölkerung, weshalb die Pärke auch geprägt sind von Dörfern und landwirtschaftlich genutzten Gebieten.

Als Besucherin lassen sich verschiedene Besonderheiten geniessen. In kalten Wintern lädt etwa der Naturpark Jura vaudois zum Schlittschuhlaufen auf den gefrorenen Seen im Vallée du Joux ein, die Biosphäre Entlebuch trumpft mit einzigartigen Karstlandschaften und unberührten Mooren auf. Im Naturpark Gantrisch lassen sich Sommernächte unter einem eindrücklichen Sternenhimmel geniessen und im Naturpark Beverin sieht man mit etwas Glück wilde Steinböcke. Die nunmehr 19 Schweizer Pärke bestechen durch ihre Schönheit und touristischen Attraktionen.

Eindrückliche Steinbrücke im Parco Val Calanca.

Die Schweizer Pärke zeichnen sich durch eine Fülle von verschiedenen Landschaften und eine Vielfalt an Lebensräumen mit einer reichen Flora und Fauna aus. In diesen Gegenden leben drei Prozent der Schweizer Bevölkerung, weshalb die Pärke auch geprägt sind von Dörfern und landwirtschaftlich genutzten Gebieten.

Als Besucherin lassen sich verschiedene Besonderheiten geniessen. In kalten Wintern lädt etwa der Naturpark Jura vaudois zum Schlittschuhlaufen auf den gefrorenen Seen im Vallée du Joux ein, die Biosphäre Entlebuch trumpft mit einzigartigen Karstlandschaften und unberührten Mooren auf. Im Naturpark Gantrisch lassen sich Sommernächte unter einem eindrücklichen Sternenhimmel geniessen und im Naturpark Beverin sieht man mit etwas Glück wilde Steinböcke. Die nunmehr 19 Schweizer Pärke bestechen durch ihre Schönheit und touristischen Attraktionen.

GESCHICHTE DER PÄRKE IN DER SCHWEIZ

Die Idee für Nationalpärke kommt aus den USA. Als diese Bewegung nach Übersee schwappte, war der Schweizer Nationalpark in Graubünden 1914 einer der ersten dieser Art in Europa. Danach war es lange still um die Pärke in der Schweiz, während sich im Ausland einiges tat. Erst 2000 lancierte Pro Natura eine Initiative zur Gründung eines neuen Nationalparks, was bisher aber nicht gelungen ist. 2007 formierte sich das Netzwerk Schweizer Pärke, der heutige Dachverband. Im Dezember desselben Jahres trat eine neue Gesetzgebung in Kraft, die die Entwicklung der Schweizer Pärke ausgelöst hat. Nach dem Schweizer Nationalpark kam 2008 mit der Unesco-Biosphäre Entlebuch der erste Regionale Naturpark dazu. Mittlerweile gibt es 15 Regionale Naturpärke in Betrieb und einen in Errichtung. Zudem gibt es zwei Naturerlebnispärke, einen in Betrieb und einen in Errichtung. Das sind kleinere, naturbelassene Gebiete in Stadtnähe, mit einer Kernzone für die freie Entwicklung der Natur und dem Ziel der Bildung und Sensibilisierung.

NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ

Bei den Pärken geht es aber nicht primär um die touristische Erschliessung der einzelnen Regionen. «Die Grundidee ist bei allen Parkkategorien der Natur- und Landschaftsschutz. In den Regionalen Naturpärken geht es in erster Linie um die Erhaltung und Förderung wertvoller Kulturlandschaften mit hoher Biodiversität», sagt Christian Stauffer, Geschäftsführer des Netzwerks Schweizer Pärke, dem Dachverband, der alle Pärke auf nationaler Ebene vertritt. Um die Grundidee umzusetzen, wird das Anliegen mit der Regionalökonomie verknüpft. Damit meint Stauffer etwa touristische Ziele oder den Absatz von landwirtschaftlichen Produkten. «Durch die Organisation als Park soll die Wertschöpfung einer Region gesteigert werden», sagt er. Denn von den Pärken sollen in erster Linie die Regionen selbst profitieren.

Die Chamanna Cluozza befindet sich im gleichnamigen Tal, im Herzen des Schweizerischen Nationalparks. 

WIE WIRD EINE REGION ZUM PARK?

Was muss eine Region also tun, damit sie ein Park werden kann? «Alles beginnt mit der Idee und initiativen Leuten. Der erste Meilenstein ist dann eine Machbarkeitsstudie», sagt Stauffer. «Eine Region muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten sind, dass das Gebiet über hohe natürliche und landschaftliche Werte verfügt. Und die Bevölkerung sowie die Behörden müssen einen Park wollen.»

Ist die Machbarkeit vom Bund anerkannt, bekommt die Trägerschaft die Mittel für die Errichtung des Parks. Während dieser Phase erarbeitet die Parkträgerschaft unter Mitwirkung der Bevölkerung, der Interessengruppen und der Wirtschaft eine Charta. Sie ist das grundlegende Planungsinstrument und besteht aus einem Parkvertrag, einem Managementplan und einer 4-Jahres-Planung. Am Ende der Errichtungsphase stimmt die Bevölkerung der Parkgemeinden darüber ab, ob sie den Park will. Bei einem positiven Entscheid kann sich der Parkkandidat über den Kanton beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) um das Label «Park von nationaler Bedeutung» bewerben. Das Bafu prüft, ob die Charta die vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt. Ist das der Fall, tritt der Park in die Betriebsphase ein und bekommt entsprechende Finanzhilfen. Der Beitrag vom Bafu beläuft sich auf maximal 50 Prozent. Der Rest wird von den Kantonen, Gemeinden und privaten Geldgebern gestemmt. In der Betriebsphase setzt der Park ökologische, soziokulturelle und ökonomische Projekte um, damit die gesetzten Ziele der Charta erfüllt werden. Nach zehn Jahren wird die Parktätigkeit evaluiert. Sind die Ergebnisse der zehnjährigen Betriebsphase positiv, kann ein Park mit einer überarbeiteten Charta eine nächste zehnjährige Betriebsphase beantragen. Die Bevölkerung kann erneut über den Park abstimmen.

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Die Chapelle du Roc zwischen Charmey und Jaun im Regionalen Naturpark Gruyère Pays d’Enhaut. 

GLEICHES VERSTÄNDNIS DER REGION

Was bewegt aber die Bevölkerung dazu, einem Park zuzustimmen? Ein Ziel ist wie Stauffer sagt, eine gesteigerte Wertschöpfung, die innerhalb eines Parks erreicht wird und in der Region bleiben soll. Das dürfte etwa den Bauern zu Gute kommen. Als Beispiel nennt Stauffer die Dittligmühle im Gantrischpark. Dort werden spezielle Mehlmischungen hergestellt. Das gibt den Bauern die Gelegenheit, seltene Kornarten anzubauen. Diese können sie unter Umständen zu besseren Preisen absetzen als konventionelles Getreide.

Zudem können Bauern, die nach gewissen Kriterien produzieren, ein Produktelabel erhalten. Für die Labelprodukte erhalten Landwirte zwar keine höheren Preise, Stauffer sagt jedoch, dass das Label dazu verhilft, die Produkte in grösserem Stil abzusetzen. Zum Beispiel in den Coop-Filialen der jeweiligen Regionen. Der Grossverteiler zählt nämlich zu den wichtigsten Partnern der Schweizer Pärke. Insgesamt verkauft er 200 der rund 2000 gelabelten Park-Produkte in seinen Läden.

Velowanderer in der Nähe von Courtelary, im Naturpark Chasseral.

Lebt ein Bauer in einem Regionalen Naturpark, kann das für ihn laut Stauffer also durchaus Vorteile bringen und es gibt keine gesetzlichen Einschränkungen bezüglich des Anbaus von Kulturen etwa. «Eine Gemeinschaft in einem solchen Park fördert aber basierend auf einem gleichen Verständnis der Region eher abwechslungsreiche Kulturen, die der Biodiversität Rechnung tragen.»

Nebst den 19 Pärken in Betrieb oder Errichtung sind weitere Projekte am Entstehen. Rätikon am Dreiländereck von Schweiz, Lichtenstein und Österreich soll etwa ein Park werden. Selbst wenn es nicht das Hauptziel der Pärke ist, wird es also auch in Zukunft aus touristischer Sicht einiges zu entdecken geben.

 

JULIA SPAHR

PHOTOGRAPHIES: SUISSE TOURISME

INFOS: www.parks.swiss

INTERVIEW MIT CHRISTOPH GROSJEAN-SOMMER

KOMMUNIKATIONSVERANTWORTLICHER «SCHWEIZER PÄRKE» BEIM BUNDESAMT FÜR UMWELT BAFU. 

 

Welche Bedeutung haben die Schweizer Pärke für unser Land?

Die Schweizer Pärke sind in verschiedener Hinsicht bedeutsam. Weltweit einzigartig ist, dass jeder Park nur aus Gemeinden besteht, die tatsächlich Teil des Parks sein wollen. Im Kern besitzt jeder Park ein besonders wertvolles Kapital an Landschaften, Schutzgebieten, Kulturdenkmälern und Traditionen. Auf dieser Basis setzt sich jeder Park mit seiner ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Zukunft auseinander und gibt sich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten seine Ziele selbst vor. Als Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung haben die Pärke durchaus auch Vorbildfunktion für andere Regionen.

 

Warum brauchen die Pärke staatliche Unterstützung? Wie viel zahlt das Bafu pro Jahr an die Pärke?

Im Prinzip kaufen die Kantone bei den Pärken Leistungen ein. Gemäss Finanzausgleich und Aufgabenteilung zwischen Bund und Kanton finanziert der Bund maximal die Hälfte der Leistungen. Das sind zwischen 400 000 bis 700 000 Franken pro Park und Jahr. Die andere Hälfte und in verschiedenen Fällen deutlich mehr, steuern der Kanton, die Parkgemeinden und Dritte bei.

 

Wie kam die Zusammenarbeit mit dem Bafu und dem Netzwerk Schweizer Pärke zu Stande?

Das Bafu ist ja die Fachstelle des Bundes für den Vollzug der Pärkepolitik. In der Pärkeverordnung ist festgelegt, dass das Bafu den Pärken das Parklabel verleiht, die Kantone mit Finanzhilfen unterstützt, Eigentümer der Marke Schweizer Pärke ist und diese bekannt macht. Weiter soll das Bafu auch die Zusammenarbeit unter den Pärken fördern. Das Bafu hat dem Netzwerk Schweizer Pärke im Rahmen von Leistungsvereinbarungen seit seiner Gründung als Dachorganisation der Schweizer Pärke solche Aufgaben übertragen.

 

Wie lang soll die Zusammenarbeit laufen? Ist sie befristet?

Die Pärkegesetzgebung sieht keine Befristung dieser Aufgabe vor. Hingegen werden sämtliche Verträge mit den Kantonen und den übrigen Leistungserbringern periodisch erneuert. Das macht auch Sinn. Denn die Pärke entwickeln sich ständig weiter und die Leistungen, welche die Kantone von den Pärken wollen, ändern sich mit der Zeit.

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