EINHEIMISCH GENIESSEN

IN KÜRZE

Fokus auf neue Produkte und «Terroir»

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FOKUS

Die Schweizer Genuss-Messe «Goûts & Terroirs» feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

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REPORTAGE

Die Entdeckung des Aostatals

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DOSSIER

Roadtrip Slow-Food: Auf den Spuren der Schweizer Spezialitäten

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REPORTAGE

Egli, Schatz der Alpen

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AUSGEFALLEN

Gourmet-Abenteuer

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AUSGEFALLEN

Ein Ort für Geschichte und Savoir-vivre

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AUSGEFALLEN

Das Val-de-Travers, Wiege der grünen Fee

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AUSGEFALLEN

Genuss und Traditionen stehen in Bulle im Zentrum

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AUSGEFALLEN

Von Wein, Uhren und Zweisprachigkeit

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AUSGEFALLEN

Wo der Wein zu Hause ist

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GENIESSEN

Die besten Schweizer Käse

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GENIESSEN

Die Margots, fünf Generationen von Gruyère-Affineuren

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GENIESSEN

Ein Käse, der Emotionen weckt

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GENIESSEN

In Arconciel bestimmt der Freiburger Vacherin AOP den Rhythmus des Tages

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GENIESSEN

Mit Blauschimmel-Raclette zum Erfolg

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GENIESSEN

Wie 7,5 Tonnen Käse gerecht geteilt werden

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ADRESSEN

Das sind die Genuss-Spezialisten, Milchprodukte, Käse und Fisch

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ADRESSEN

Das sind die Genuss-Spezialisten, Bäckerei/
Konditorei und Süssigkeiten, Confiserie-Waren

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ADRESSEN

Das sind die Genuss-Spezialisten, Früchte, Gemüse und Gewürze

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ADRESSEN

Das sind die Genuss-Spezialisten, Wein, Cidre und Bier

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ADRESSEN

Das sind die Genuss-Spezialisten, Alkoholfreie Getränke, Glutenfreie Produkte und Spirituosen

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ADRESSEN

Das sind die Genuss-Spezialisten, Fleisch- spezialitäten

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ADRESSEN

Das sind die Genuss-Spezialisten, Diverses und Platten und Bio-Produkte

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FOKUS

20 JAHRE, DAS REIFE ALTER DER MESSE «GOÛTS & TERROIRS» IN BULLE

 

Die Idee eines Schaufensters für lokale Spezialitäten und Kunsthandwerk wurde Ende der 90er Jahre geboren.Eine Generation später ist der einst kleine Salon zu einer glaubwürdigen Messe gereift.

Schlag auf Schlag ereilten uns die Krisen des Rinderwahns, Dioxin-Poulets und weitere Skandale im Zusammenhang mit der Nahrungsindustrie. Ende der 90er Jahre traf diese Krise auf die Nachfrage nach regionalen Produkten und Konsumenten, die die Rückverfolgbarkeit der Produkte forderten; in diesem Kontext ist die Idee dieser Messe gereift», erinnert sich Beat Kunz, einer der Initianten und der erste Direktor der Messe.

Als Beat Kunz zum neuen Kopf des frisch erbauten und polyvalenten Kongresszentrums von Bulle gewählt wurde, hatte er bereits seine Aktivitäten in Richtung «nachhaltiger Entwicklung, dem Boden, dem Wasser und der Energie» ausgerichtet. Der erste Salon «Goûts & Terroirs» der Westschweiz fand im Juni 2000 statt. 20 Jahre später hat sich der beschauliche Start zu einer veritablen Pflichtveranstaltung gemausert, einer renommierten Schweizer Messe für guten Geschmack und Terroir und hat nationale Bedeutung erlangt. Doch zurück zur Erfolgsgeschichte der Greyerzer Spezialitäten.

Besucher beim Degustieren an der Messe in Bulle.

Das Jahr 2000 hat den Kanton Freiburg bekannt gemacht: Durch Spezialitäten, mehrere kantonale und regionale Vermarktungsbüros, die Woche des guten Geschmacks und den Schutz des Alp-Greyerzerkäses - L’Etivaz, als erstes AOP-Produkt ausserhalb der Weinkultur. In diesem Kontext hat sich die Greyerzer Messe etabliert. «Das Bedürfnis, den Konsumenten mit dem Produzenten näher zusammenzubringen und der Wunsch nach Transparenz bei den Lebensmitteln, lagen uns besonders am Herzen,» unterstreicht Marie-Joëlle Pasquier, die seit 2011 die Direktorin der Messe ist. Man könnte sogar vermuten, dass die 90er-Jahre «die Erfindung der Bedeutung des Terroirs waren, ja sogar seine Verherrlichung, sein Mythos», bemerkt Alessandra Roversi, Beraterin in Nahrungsfragen, einer der Gründe, die dazu geführt haben, dass der Start der Messe unter einem guten Stern stand.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist auch das unwiderstehliche Netzwerk, «der direkte Draht zu den regionalen Vermarktern, den landwirtschaftlichen Behörden, den entsprechenden Berufsverbänden und Wirtschaftsvereinigungen von Bulle», vermutet Beat Kunz. Unter letzteren war der Zweig der Bäcker-Konditor, die schon seit langem die Europameisterschaften in die Schweiz holen wollten. Der Ort und das Ambiente waren gefunden, und der jungen Messe wurde ein starkes Event beigesteuert.

Fragen an Marie-Nöelle Pasquier,

DIREKTORIN

 

Der Salon ist 20-jährig und allseits beliebt: Was sind die Gründe für diesen Erfolg?

Ich denke wir waren die Wegbereiter und Botschafter der lokalen Produkte, des regionalen Wissens und der Transparenz in der Herstellung. Von dieser Linie sind wir nie abgewichen, haben stets die Qualität der Quantität vorgezogen, um uns von allgemeinen Messen zu distanzieren; dies dank einer auserwählten Selektion - Jahr für Jahr gibt es Ausstelleranfragen, die wir ablehnen. Dieser Erfolg erklärt auch die Unterstützung unserer Partner aus der Region, dem Kanton und des Terroirs.

 

Wie sehen Sie die Zukunft der Messe: Wachstum oder mehr Breite?

Mit 45 000 Besucherinnen und Besuchern in 5 Tagen sind wir so ziemlich am Maximum unserer Kapazitäten. Unser Ziel war nie Wachstum und auch nicht die Grenzen zu öffnen für mehr Breite. Wir haben in früheren Jahren einmal versucht, die Profis des Gastgewerbes zu begeistern, ohne dass es uns aber überzeugt hat. Andere Veranstaltungen machen das schon. Wir haben andere Gedanken, die sich vor allen Dingen an die Bildung rund um das Handwerk und den Geschmack anlehnen.

 

Was sind die Höhepunkte der nächsten Messe?

Unsere Ehrengäste sind Terroir Fribourg, welches auch sein 20-jähriges Bestehen feiert, die Region des Sankt-Bernhard mit seiner Spezialitäten-Marke Grand Entremont und das Aosta-Tal. Ein anderer Bereich wird der Schokolade und dem Kaffee vorbehalten sein; mit einer Vorführung wie diese entsteht, «bean to bar» (von der Bohne zur Tafel), weiter gibt es Spezialitäten aus Nova Friburgo, einer brasilianischen Kolonie, die von Schweizer Auswanderern vor 200 Jahren gegründet wurde, sowie die Arbeiten der Bäcker-Konditor-Lehrlinge. Die Gourmet-Arena verspricht ebenfalls schöne Überraschungen mit Vorführungen von Ben und Léo, zwei talentierte Freiburger Küchenchefs und Wettkämpfe rund um den Vacherin Fribourgeois...

 

Demnach hat die Bildung und Ausbildung im Bereich Geschmack Priorität?

Von Anfang an hat die Messe in Bulle den Schwerpunkt auf die Bildung und den Zugang für die jungen Generationen gerichtet. Zum Beispiel mit Ateliers, um Halloween-Cupcakes zu machen, Apfeltorten oder das Giessen von Schokolade. Die Schule des Geschmacks ist an die 6- bis 12-Jährigen gerichtet und auf Reservation zu besuchen und hat Jahr für Jahr grossen Erfolg; unlängst wollten die Organisatoren dieser Schule noch mehr Bedeutung geben, sie vergrösserten, und schafften anderen Altersklassen mehr Platz fürs Lernen und Spielen. So haben wir seit dem Jahr 2015 das Amuse-Bouche entworfen: ein Parcours, der auf 150 Quadratmeter verschiedene Aktivitäten bietet, die sich um alle fünf Sinne drehen und Jahr für Jahr in Teilen neu konzipiert wird. Die Idee des generationenübergreifenden Teils der Messe ohne Eintritt hat unsere Erwartungen übertroffen, schliesst Marie-Nöelle Pasquier fast ein wenig überrascht vom Konzept, dass den vielen Erwachsenen, den ganz Kleinen und den Familien gleichermassen gefällt.

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Seit der ersten Ausgabe beheimatet die Messe die Europameisterschaften der Bäcker-Konditoren. Andere Zutaten der Lebendigkeit der Messe sind eine Vielzahl an Weinangeboten, eine Prise Extravaganz und Originalität wie etwa die seltenen Schnäpse aus Oliven und verschiedene Wettkämpfe in jeder Ausgabe der Messe. Man entschied sich aber auch für eine starke Spezialisierung, hat nur Handwerkerinnen und Hanwwerker eingeladen und die grossen Marken und Verteiler der Industrie bewusst nicht berücksichtigt.

Der Markt (im Jahr 2019 sind 300 Stände mit mehreren Tausend Produkten vorgesehen) und die Messe umrunden eine sogenannte Schule des Geschmacks, die mit ihrem Amuse-Bouche generationenübergreifend arbeitet und kürzlich ihre Präsenz verlängert hat. Seit 2009 präsentiert die Gourmet-Arena verschiedene Veranstaltungen und Vorführungen mit bekannten Küchenchefs, Rezepten und Podiumsdiskussionen. Über 150 Küchenchefs haben heuer die Einladung angenommen, um gemeinsam in der Arena unvergessliche Momente zu teilen.

Als die erste Messe knapp 20’000 Menschen empfangen durfte, waren die guten Wetterbedingungen und der Zeitpunkt unvorhersehbare und gütige Mithelfer. Im Jahre 2006, war es wegen dem heissen Sommer, zu heiss für heikle Produkte. Um eine Datenkollision mit anderen regionalen Veranstaltungen zu verhindern, verschob man die Messe in den Herbst. Die Messe hat auf Anhieb 12’000 Besuche mehr verzeichnet und sorgte fortan Jahr für Jahr für noch mehr Besucher, bis man im Vorjahr 45’000 Menschen empfangen durfte. Die Bekanntheit der Produkte aus der Romandie hat die sprachlichen Barrieren längst überwunden und die Deutschschweiz dazu gewonnen (70 Prozent sind aus der französischen Schweiz, die anderen 30 Prozent stammen von der anderen Seite der Saane). Marie-Nöelle Pasquier wünscht sich vor allem die junge Generation anzutreffen, dank eines Zugangs, der sowohl pädagogisch, didaktisch, aber auch festlich ist. «Wenn die Jüngsten gute Produkte schlemmen, macht sie das zu kennenden, neugierigen und feinsinnigen Konsumenten.»

Kinder entdecken an der Messe spannende Produkte und die Welt des Genusses.

Bulle ist ein Ort des Austausches und des gemeinsamen Erlebens, man kann verschiedene Produkte degustieren und vergleichen. Das widerspiegelt auch die Idee von Beat Kunz, der meint: «Sich gut zu ernähren, ist definitiv auch ein fundamentaler Faktor der Gesundheit und des Wohlbefindens.»

Das sind viele Argumente in einem Umfeld voller Konkurrenz. Seit einem guten Jahrzehnt gibt es fast ein Überangebot: keine Woche vergeht ohne einen regionalen Markt, eine Bio-Messe, eine Weinprobe oder einen Gourmet-Markt. Die erste Institution war die Slow-Food-Messe, welche sich nach Kräften bemüht hat und nach acht Ausgaben in Zürich und dreien in Bern nun nicht mehr stattfindet. «Die Veranstaltungen rund um “Terroir” sind zu zahlreich geworden für einen überschaubaren Markt», stellt der Direktor von Slow-Food-Schweiz Alexandre Fricker, fest. Wenn man diesem Überangebot und der Konkurrenz noch den Aufwand für eine grosse Infrastruktur und die Wirtschaftlichkeit, die ein privater Anbieter sucht, hinzugibt, versteht man, dass die letzten beiden Ausgaben defizitär waren. Die Greyerzer Messe aber ist dank einer eigenen Infrastruktur der Espace Gruyère AG und ihres gleichnamigen Vereins in der glücklichen Lage, hier die löbliche Ausnahme zu sein.

VÉRONIQUE ZBINDEN

 

+ INFORMATIONEN

Die 20. Ausgabe der «Goûts & Terroirs»-Messe findet vom 30. Oktober bis am 3. November im Espace Gruyère in Bulle statt. www.gouts-et-terroirs.ch

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