AGROTOURISMUS

IN KÜRZE

Ein Augenmerk auf die Neuheiten im Bereich Agrotourismus

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NACHGEFRAGT

Agrotourismus hat Aufschwung

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BEGEGNUNG

Zu Besuch bei einer Freiburger Bauernfamilie

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DOSSIER

Die Herzroute: Auf 700 Kilometern die Schweiz per E-Bike erkunden

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AUSGEFALLEN

Auf Mulis Rücken durch den Jura

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AUSGEFALLEN

Die ideale Kombination: Wandern und Schlafen auf dem Bauernhof

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Wo die Sonne dreifach scheint

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AUSGEFALLEN

Bei den Schweizer Pferden

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AUSGEFALLEN

Der Wilde Westen von Luzern

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AUSGEFALLEN

Wo man einander Du sagt

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AUSGEFALLEN

Ein Zeuge alter Zeiten

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GENUSS

Die besten Produkte aus dem Wallis

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ADRESSEN

Für einen erfolgreichen Aufenthalt: Tessin und Graubünden

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ADRESSEN

Für einen erfolgreichen Aufenthalt: Ostschweiz und Zürich Region

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Für einen erfolgreichen Aufenthalt: Luzern – Vierwaldstättersee und Aargau Region

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Für einen erfolgreichen Aufenthalt: Basel Region und Bern Region

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Für einen erfolgreichen Aufenthalt: Berner Oberland und Freiburg Region

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Für einen erfolgreichen Aufenthalt: Jura Dreiseenland und Genf Region

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Für einen erfolgreichen Aufenthalt: Genferseegebiet und Wallis

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DOSSIER

HERZROUTE

720 KILOMETER PER E-BIKE DURCH EINE BILDERBUCHSCHWEIZ

 

Vom Genfersee bis zum Bodensee führt die Herzroute ihre Gäste über die schönsten Wege durch das Land. In dreizehn Etappen lässt sich die Schweiz, ihre unberührten oder landwirtschaftlich geprägten Landschaften, sowie zwanzig der schönsten Altstädte entdecken.

Diese Herausforderung scheint erst mal unmöglich, und doch möchte man sie sofort in Angriff nehmen: die Schweiz mit dem Velo durchqueren. Tatsächlich erbleicht der Sonntagsvelofahrer beim schieren Gedanken daran: 720 Kilometer von Lausanne bis Rohrschach mit einer Steigung von insgesamt 12 000 Höhenmetern! Ist es nicht unvernünftig, ein solches Unterfangen ohne Training in Angriff zu nehmen? Keine Sorge, es gibt einen simplen Trick: Die Erfinder der Herzroute schlagen seit der Lancierung 2004 vor, diesen phantastischen Ausflug mit dem E-Bike unter die Räder zu nehmen. So lässt er sich ganz auszukosten.

Schon mit der ersten Pedalumdrehung beginnt das Abenteuer. Zwischen der Hektik in der Waadtländer Hauptstadt und der Beschaulichkeit der Rebbergterrassen des Lavaux ist der Wechsel total. Die Schilder der Route 99 führen den Velofahrer weit weg von Hauptverkehrsachsen und Industriezonen. Dank dem starken Motor unseres soliden Drahtesels spulen wir die Kilometer mit einem Lächeln ab und haben den «echten» Radlern gegenüber nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Wir alle haben dasselbe Etappenziel: durch die grünen Weiten des Freiburger Landes bis Romont. Das ist die erste Etappe der Route. Von da geht es weiter Richtung Avenches (VD), Murten (FR) und Laupen (BE). Die Kantons- und Sprachgrenzen überqueren wir dabei munter, beinahe unbemerkt.

EINE BERG-UND-TAL-BAHN

Bei Tagesende stellen wir unseren treuen Gefährten für ein paar Stunden ab. Die offiziellen Ladestationen der Route verleihen dem Akku und den Radlern neuen Saft. Und mit einer Nacht auf dem Bauernhof lässt sich der Tapetenwechsel perfekt zelebrieren. Weiter führt uns die Herzroute Richtung Thun (See und Schloss), Ausgangsort der vierte Etappe, bis ins Emmental. Damit haben wir bereits die halbe Strecke hinter uns. Die Landschaftsbilder verändern sich rasend schnell und wir kommen nicht aus dem Staunen heraus. Die Strasse klettert mit 13 Prozent in die Höhe? Ein Kinderspiel dank Elektroantrieb. Doch wenn es hinuntergeht, speziell auf holprigen Waldwegen, zeigt sich der 25 Kilo schwere Drahtesel recht störrisch. Da heisst es, auf Halbgas gehen. Vor allem, weil sich bis Langnau am Ende der vierten Etappe die Passfahrten jagen. Die reinste Berg-und-Tal-Bahn. Und die Route? Sie schlängelt sich mal hier-, mal dorthin und bringt uns an die ausgefallensten Orte.

Klicken Sie hier zum Vergrössern.

Das E-Bike-Fahren gefällt uns je länger je mehr. So treffen wir Menschen und kommen gerade auch mit Bauern ins Gespräch, die wir unterwegs kreuzen. Sie sind bereit, nach einem herzlichen «Grüessech» eine Geschichte aus dem Alltag zum Besten zu geben. Wir bestaunen die Bauernhäuser mit den Geranien vor den Fenstern und die auf dem Reissbrett gezeichneten Weiden, die durch schnurgerade Hecken getrennt sind. Wie aus dem Bilderbuch! Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge. Schon erreichen wir Burgdorf (BE). Und am Abend passt auch der Bauernhof der Familie Mathys-Füchslin genau ins Bild. Hier können die Gäste in einem Zimmer oder, wenn es etwas abenteuerlicher sein soll, im Stroh übernachten. Wir werden von Kuh- und Ziegen-Glocken geweckt und sogleich in gute Stimmung versetzt. Aufgesessen.

Herzschlaufe Sense: eine Entdeckungsfahrt per Velo

 

Sie kennen bereits die Herzroute, mit der sich die Schweiz per Velo von Rohrschach bis Lausanne durchqueren lässt. Seit 2016 wird sie von Herzschlaufen ergänzt, die Ihnen neue Schleichwege eröffnen. Im Frühling 2019 kommt das Sensegebiet dazu, das Sie so bestimmt noch nie gesehen haben!

Seit 2017 schafft das Herzroute-Team neue Rundrouten. Nach dem Seetal, dem Aargau und dem Napfgebiet ist 2019 das Sensegebiet an der Reihe und ergänzt das bereits reichhaltige Angebot. Starke Gefühle sind angesagt: Mit einer ganzen Serie von atemberaubenden Aussichtspunkten und neu zu entdeckenden, abgelegenen Bergtälern bietet die Herzschlaufe Sense einige Überraschungen. Ausgangspunkt ist das mittelalterliche Stätdchen Laupen, wo die Sense in die Saane mündet und wir einen Blick auf das Drei-Seen-Land erhaschen. Dann geht es Richtung Süden nach Schmitten durch eine sanft gewellte Landschaft. Nach der Berner Kantonsgrenze sind die Strassen viel verkehrsärmer, und diese kaum bekannte Gegend lässt sich so richtig geniessen. Am Wegrand sind alte Scheunen und viele Kapellen Zeugen der hiesigen Geschichte. Dann führt uns die Herzschlaufe der Taverna entlang bis Plaffeien. Hier eröffnet sich der Blick auf das grandiose Panorama von Gantrisch und Schwarzsee. Der Rückweg Richtung Flamatt folgt der Sense auf kleinen Strässchen. Die gesamte Schlaufe ist 72 Kilometer lang und weist einen Höhenunterschied von 1200 Metern auf. Damit lässt sie sich mit einem elektrischen, aber auch einem herkömmlichen Velo ohne weiteres in einem Tag bewältigen.

 

+ INFORMATIONEN

In Laupen können E-Bikes der Marke Flyer gemietet werden.

Die Reservation wird empfohlen: www.rentabike.ch/herzroute.

Unterwegs stehen für die Mietvelos Akkuwechselstationen bereit.

Dieser Eindruck einer Bilderbuch-Landschaft verstärkt sich noch, als wir die Emme bei Willisau (LU), wo die sechste Etappe endet, erreichen. Es wäre gar nicht möglich, das Emmental zu durchqueren, ohne den Käse auszuprobieren, der das Tal weltberühmt gemacht hat. Das Entlebuch lädt den Velofahrer zum Verweilen ein. Seit 2002 ist es von der Unesco für seine ausserordentliche Artenvielfalt anerkannt. Die Herzroute ist definitiv kein Weg für gehetzte Velofahrer, sondern ein Tourismusweg mit malerischer Aussicht. Das ideale Mittel, um die Alltagsroutine hinter sich zu lassen.

FLYER: DAS BIKE FÜR DIE HERZROUTE!

Die Geschichte der Herzroute ist eng mit der Schweizer Firma Flyer verknüpft, die seit 1995 Elektro-Velos herstellt. Das Unternehmen verbindet in Huttwil, mitten im Emmental, Hightech, innovatives Design und handwerkliches Know-how. So ist es weltweit zu einer Referenz für die elektrische Mobilität geworden.

Die Berner Firma hat in den letzten Jahren vielfältige Velomodelle für die Stadt, die Berge und den Velotourismus auf den Markt gebracht. Für die Herzroute empfehlen wir die Gotour-Modelle. Mit unterschiedlich harter Federung und verschiedenen Rahmenformen haben sie für alle Ansprüche etwas zu bieten. Komfort, Zuverlässigkeit und Handlichkeit sind bei Flyer konstant, ebenso die grosse Reichweite, denn jedes Bike ist mit einem kapazitätsstarken Akku ausgerüstet.

 

www.flyer-bikes.com

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EIN KULTURELLER ABSTECHER

Nach dem Auftanken in der Natur ist die Versuchung gross, in Zug, am Startort der achten Etappe, durch die Gässchen zu flanieren. Gerne tun wir das und schwingen uns erst danach wieder in den Sattel, auf Entdeckungsreise in die Urner Alpen und das Hochmoor von Rothen­thurm. Hier im Kanton Schwyz begann der Kampf, der dieser speziellen Landschaftsform einen Schutzartikel in der Bundesverfassung verschaffte. Nicht ein Natur-, sondern ein menschliches Wunder verdient ebenfalls unseren Besuch: das Kloster Einsiedeln mit seiner berühmten Schwarzen Madonna, die im ganzen Land mehrere Tausend Anhänger aus unterschiedlichen Konfessio­nen zählt.

INTERVIEW MIT SIMON BRÜLISAUER,

GESCHÄFTSFÜHRER HERZROUTE

 

Was unterscheidet die Herzroute von anderen Velotourismus-Angeboten in der Schweiz?

Die Herzroute führt Sie in nur dreizehn Etappen über 700 Kilometer quer durch die Schweiz und dies meist im ländlichen Gebiet. Ihre Streckenführung hat mehrere Vorzüge: Meist verläuft sie auf verkehrsarmen Nebenstrassen, durchquert weniger bekannte Gegenden und bietet den Velofahrern Aussichtspunkte, die immer grandios sind.

 

Weshalb spielt das E-Bike eine zentrale Rolle?

Dank dem E-Bike kann sich die Herzroute auch ein paar Umwege und ziemlich grosse Höhenunterschiede leisten. Damit wird die Anstrengung lustvoll! Dank der grossen Zahl an Mietvelos erhält die breite Bevölkerung Zugang zur Herzroute. Und die Akkuwechselstationen auf der ganzen Länge garantieren den Kunden, dass der Strom nicht ausgeht.

 

Bei der Lancierung der ersten Etappe 2003 zwischen Lützelflüh und Willisau wurden nur etwa hundert Bikes vermietet. Wie hat sich die Benutzung seither entwickelt?

Ganz eindrücklich! 2018 haben wir an den 14 Stationen entlang der Route 15’000 Velos vermietet. Die Herzroute wird heute jedes Jahr von schätzungsweise 30’000 Personen benutzt. Unser erstes Zielpublikum ist und bleiben die über 50-Jährigen. Aber immer mehr jüngere Semester lassen sich von der Möglichkeit verlocken, die Schweiz in nur wenigen Tagen zu entdecken. Seit die Herzroute 2015 vom Boden- bis zum Genfersee komplett eröffnet wurde, sind im Übrigen drei Herzschlaufen im Seetal, im Napfgebiet und im Sensegebiet hinzugekommen. Für viele andere Routen haben wir schon Ideen, die in den nächsten Jahren zu entdecken sein werden.

Nach diesem kulturellen Abstecher führt uns die neunte Etappe weiter bis an den Sihlsee, den grössten Stausee der Schweiz. Der Höhepunkt unserer Reise ist im wahrsten Sinne des Wortes der Aufstieg auf das Rinderweidhorn. Auf 1279 Metern über Meer sind wir froh, dass wir etwas Warmes überziehen und einen kurzen Blick auf den bislang gefahrenen Weg werfen können. Etwas nostalgisch werden wir schon, jetzt, wo das Ende unserer Odyssee in Sichtweite rückt. Dabei stehen uns noch mehrere Kantonsquerungen bevor. Erstmal Sankt Gallen mit dem pittoresken Toggenburg, wo offenbar die Zeit stillsteht. Willkommen in der urchigen, blitzblanken und, vom Rasen bis zum Balkon tipptopp aufgeräumten Schweiz. Die zahlreichen Alpbeizli unterwegs wecken die Lust, mal anzuhalten, ein paar regionale Spezialitäten zu kosten und die Reise etwas in die Länge zu ziehen.

zehn Sehenswürdigkeiten

Links: Die Arena von Avenches (VD), eine Ruine aus römischer Zeit, als Aventicum noch die Hauptstadt Helvetiens war.

Rechts: Die romanische Scherzligen-Kirche in Thun (BE) gleich beim Aare-Ausfluss aus dem Thunersee. Sie wurde vor 1250 Jahren gebaut und lädt noch heute zur Besinnung ein.

Links: Lust auf ein Picknick? Der Herzroute-Grill, den der Künstler Ueli Sorglos geschmiedet hat, erwartet Sie in einer kleinen Waldlichtung bei Hirsetschwändi zwischen Thun und Langnau.

Rechts: Die imposante Emme-Brücke wurde 1839 gebaut. Mit einer Spannweite von 60 Metern ist sie die längste Bogenbrücke jener Zeit.

Links: Machen Sie bei Ihrer Fahrt durch Sempach (LU) einen Abstecher zur Schweizerischen Vogelwarte, um einen Einblick in die faszinierende Welt der Vögel zu erhalten.

Rechts: Das Kloster Einsiedeln im Kanton Schwyz zieht Jahr für Jahr knapp eine Million Gläubige an. Davon sind viele Pilger, die auf dem Jakobsweg hier vorbeikommen.

Links: In Stein (AR) können Sie in der Apenzeller-Schaukäserei Ihre eigene Kräutermischung herstellen, den Käsekeller mit bis zu 12’500 Laiben besichtigen und den Käsern bei der Arbeit zuschauen.

Rechts: Mit einem kleinen Umweg abseits der Route 99 zwischen Appenzell und Altstätten erhalten Sie die Gelegenheit, in die Kristallhöhle Kobelwald (SG) abzutauchen.

Links: Das Ritterhaus von Bubikon (ZH) in der Nähe von Rapperswil (SG) wurde vor über 800 Jahren gebaut. Die Architektur und die reiche Geschichte dieses Herrschaftssitzes versetzen die Besucherinnen und Besucher ins Mittelalter.

Rechts: Über einen 1 Kilometer langem Umweg abseits der eigentlichen Route lässt sich das Kloster Magdenau (SG) aus dem 18. Jahrhundert besichtigen. Von da geht es weiter nach Herisau (AR).

GLANZVOLLES FINALE

Je weiter wir kommen, desto langsamer fahren wir. Unsere Waden werden lahm und lahmer, als wir in Appenzell auf das spektakuläre, 100 Meter hohe Velo- und Fussgängerviadukt über die Sitter fahren. Nur noch eine Etappe, die dreizehnte, bis zum Ziel der Herzroute 99 in Rohrschach. Und wir geniessen sie. Vor allem weil in Sankt Anton die Aussicht auf das Rheintal und die Alpen im Hintergrund schlicht umwerfend ist. Von hier geht es hinunter zum glanzvollen Finale ans Ufer des Bodensees.

 

CÉLINE DURUZ, CLAIRE MULLER

 


+ INFORMATIONEN

Führer der Herzroute können kostenlos bestellt werden: T. 034 408 80 99, www.herzroute.ch.

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